Wenn Babys schreien – kiss – Syndrom

Jetzt hab ich mich schon ewig nicht mehr hier blicken lassen, seit der Geburt des MiniBären ist einiges los – ja, des war klar, mit zwei Kindern ist das wirklich ganz was anderes!

Aber es liegt leider nicht nur daran, dass wir jetzt ein kleines Baby im Haus haben. Unser kleiner MiniBär hatte bei der Geburt zweimal sehr streng die Nabelschnur um den Hals und das ist unter anderem einer der Gründe, dass er eine Asymmetrie in der Halswirbelsäule bekommen hat. Er hat fast zwei Wochen täglich 4-5 Stunden am Stück geschrien, war nicht gut zu beruhigen und wir waren schon am wirklich am Verzweifeln. Zuerst dachten wir, dass es an Blähungen liegt und haben Tropfen dagegen besorgt, die aber nicht viel genutzt haben. Uns ist dann immer mehr aufgefallen, wie sehr er sich nach hinten streckt. Er hat den Kopf nicht auf die linke Seite gedreht, konnte nicht in der Autobabyschale liegen, nahm sehr schlecht die rechte Brust… und hat einfach nur geschrien, geschrien, geschrien. Mittlerweile wurden wir schon teils echt grantig, weil er sich keine fünf Minuten in einer Position tragen ließ und wir nicht mehr aus wussten.

Was ist denn ein Kiss – Syndrom?

Schließlich hatte uns unsere Hebamme den Verdacht, dass es an dem sogenannten “kiss Syndrom” liegen könnte. Zur Erklärung hier aus Wikipedia:

“KiSS ist die Abkürzung für Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung. Die Existenz eines KiSS-Syndroms im Sinne eines Krankheitsbildes, das klinisch vor allem zu Störungen der Körperhaltung im Säuglings- und Kleinkindalter führen soll oder für eine Reihe von Verhaltensstörungen verantwortlich sein soll, ist nicht bewiesen.1] Während manche Alternativmediziner vielfach KiSS diagnostizieren und manuelle Therapie empfehlen, erkennt die evidenzbasierte Medizin die Diagnose nicht an, da die pathophysiologische Vorstellung nicht nachweisbar ist und wissenschaftliche Untersuchungen zu den empfohlenen Therapiemethoden bisher nicht vorgelegt wurden. Dementsprechend wird dem KiSS in der Wissenschaftsgemeinde keine Bedeutung beigemessen. In Deutschland wird die Behandlung des KiSS-Syndroms in aller Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.”

Da es nicht so weiter gehen konnte und wir wirklich schon am Ende waren, entschlossen wir uns, eine Chirotherapeutin aufzusuchen, die sich mit dem kiss auskennt. Mittlerweile ließ sich der kleine Bär nicht mehr von Papa beruhigen und ich konnte (noch immer geplagt von starken Schmerzen in der Symphyse) kaum noch richtig gehen. Es war zum Schreien, nicht nur für unseren Sohn!!! 🙁

Endlich eine Besserung!

Die Chirotherapeutin bestätigte uns dann, dass er eine Asymmetrie in der Halswirbelsäule hat. Auch der Kopf hatte schon begonnen, sich zu verformen.
Bereits nach der ersten Behandlung konnten wir einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied feststellen: Er war fünf Stunden ruhig, ohne Schreien und die darauffolgende Schreizeit verkürzte sich auf drei Stunden – was für uns eine Wohltat war und sich wie Urlaub anfühlte.
Bei der U3, die wir daraufhin beim Kinderarzt hatten, bestätigte auch dieser die Fehlstellung und schlug zusätzlich Physiotherapie vor, falls das kiss nicht völlig durch die Behandlung er Chirotherapeutin verschwindet.

Wir sollten den MiniBär jetzt möglichst oft auf die von ihn verschmähte Seite legen und ihn dazu animieren, sich in unsere Richtung zu drehen. Wenn er tief schlief, sollten wir vorsichtig den Kopf ein bisschen anheben und nach links drehen.

“Hallo, kleiner Schatz!”

Das sagen wir oft, wenn er jetzt öfter von alleine den Kopf nach links in unsere Richtung dreht. Das ist nämlich jetzt eine Woche nach der zweiten Behandlung der Fall. Er schreit mittlerweile nur noch ein bis zwei Stunden, und das auch nicht mehr jeden Tag. Welch riesen Erfolg!!! Wir sind gespannt, wie es weiter geht und wieviele Behandlungen noch benötigt werden.

Wenn ihr bei eurem kleinen schreienden Schatz in Erwägung zieht, dass es das kiss – Syndrom sein könnte oder euch eure Hebamme darauf hinweist: Macht einen Termin bei einem Chirotherapeuten, der sich damit auskennt. Im Internet findet ihr nicht, wer das kiss Syndrom therapiert, da es nicht anerkannt ist, darum ruft einfach mal herum und fragt nach. Sucht nach Chirotherapeuten, die Atlas – Therapie anwenden. Auch die Kosten sind es wert!!!
Auch wenn das Schreien der Kinder oft nach drei Monaten aufhört, weil sich die Kinder an den Schmerz gewöhnt haben, möchten wir das unserem Kind nicht zumuten! Allein deshalb, weil es viele (noch nicht anerkannte) Spätfolgen durch das kiss – Syndrom gibt.
Wir sind dankbar, dass es durch die Behandlung jetzt besser wird!

Die Fotos hab ich übrigens erst heute gemacht, als der MiniBär grummelig war, weil er Hunger hatte – keine Sorge, er wurde innerhalb kürzester Zeit abgefüllt und war dann wieder zufrieden! 😉

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